Patienteninformation

Achtung! Diese Seite richtet sich an Ärzte.
Patienten, die sich über die Therapie informieren möchten, , bitten wir noch um ein wenig Geduld. Die Patienteninformationen zum Thema Fadenlift befinden sich gerade noch in Vorbereitung.

Hinweis für Ärzte

Die hier vermittelten Informationen ersetzen keinesfalls die Einarbeitung in die Therapiedurchführung. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt zu uns auf.

Das NETZWERK-Fadenlift hat standardisierte Protokolle für den Einsatz von auflösbaren Fäden entwickelt. Wir lehnen den Einsatz von permanenten Fäden ab. Wichtig ist uns die intensive Einarbeitung in diese Therapie, vor allem, um Patienten und unsere Mitglieder vor ungewollten Komplikationen zu schützen. Besonderen Wert legen wir zudem auf die Untersuchung der Qualität der auflösbaren Fadenmaterialien (PDO, PLLA) von verschiedenen Herstellern.

Therapie

Nach einer mehrjährigen Untersuchung der Möglichkeiten und Risiken dieses ästhetischen Therapieansatzes haben wir uns 2016 entschlossen, das NETZWERK-Fadenlift zu gründen. Wir sehen einerseits ein großes Potential für diese Therapie mit neuen Behandlungsoptionen der Hautstraffung und Hautverbesserung und andererseits die Notwendigkeit der weiteren Untersuchung und Standardisierung.
Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Anwendung wurden seit mehreren Jahren von Dr. Dorina Donici, Moskau und Dr. Jung-Hyun Yoon, Seoul erarbeitet, und zwar in einem sehr umfassenden Tierversuch an weißen Yucatan Schweinen, die eine dem Menschen sehr ähnliche Haut aufweisen.
Die Ergebnisse dieser Studien sind Grundlage unseres Behandlungskonzeptes. Folgende verschiedene Effekte konnten nachgewiesen werden:

  • Mechanotransduktion durch Gewebeeffekte, die durch die Kanüle, Nadel oder aber durch die Fäden (physikalisch, chemisch) selbst erzeugt werden
  • Fibroblastenstimulation
    Umwandlung von Fibroblasten in Myofibroblasten
    Verbesserung des Zellmetabolismus
  • Kollagen Regeneration / Neokollagenese
  • Neovaskularisation
  • Stimulation von Wachstumsfaktoren
  • Lipolytischer Effekt

Der hier beschriebene Wirkmechanismus wird dadurch erzeugt, dass verschiedene Fäden in verschiedene Tiefen (intradermal, subdermal, subcutan oberhalb des SMAS) eingezogen werden, wobei einige durch Rotation zusätzlich stimuliert werden, um einen größtmöglichen Gewebeeffekt zu erzielen.
Wir setzen drei verschiedenen Materialien ein, wobei wir hinzufügen wollen, dass die Entwicklung neuer Fäden kontinuierlich erfolgt und längst noch nicht abgeschlossen ist.

  • Monofilament Fäden werden in zweimaliger Sitzung sehr oberflächlich in einer Gitterstruktur (Criss-Cross im Abstand von 1-2 Monaten) mit geringem Abstand eingezogen. Sie bilden das Fundament und verändern Hautstrukturen, um in weiteren Behandlungsschritten die anderen Materialien einzusetzen.
  • Spiralfäden haben eine größere Oberfläche und zusätzlich eine moderate Zugwirkung. Sie können zur Behandlung von Augenregion, Mundregion oder Nasolabialfalte eingesetzt werden.
  • Cogs oder Barbs haben kleine Häkchen eingebaut, die sich fest im Gewebe verankern. Insbesondere die multidirektionalen Cogs haben optimale Zugeigenschaften.

Nachweis von Neokollagenese

Nachweis der Neovaskularisation

Materialien

1999 begannen erste Versuche der Straffung des Gesichts durch Fäden, damals noch mit permanenten Fäden (Aptos Fäden aus Polypropylen). Im Jahrzehnt danach wurden weitere permanente Fäden entwickelt (Gold, Platin). Die Ergebnisse waren nur bedingt gut, viele Ärzte verbannten nach ersten Tests diese Technik wieder aus ihrem Behandlungsspektrum, weil einfach zu viele Nebenwirkungen und Komplikationen auftraten (die Fäden wuchsen aus der Haut heraus, Granulombildung). Erst mit dem Einsatz von Polydioxanon (PDO) Fäden wurde die Möglichkeit eröffnet, nebenwirkungsarm und sehr effektiv zu behandeln. PDO ist bereits seit Jahrzehnten in der Chirurgie als auflösbare Naht im Einsatz. Deshalb ist die Wirkung dieses Materials sehr gut untersucht.
Heutzutage werden alle Fäden – egal von welchem Hersteller – in Korea hergestellt. Es gibt über 40 verschiedene Hersteller von Fadenmaterialien dort, darunter sehr gute und renommierte und auch viele kleinere. Die Qualität der hergestellten Fäden ist längst nicht gleich.
Unsere Untersuchungen richten sich auf die Materialien selbst, aber auch auf die Hilfsmittel. Beispielsweise enthalten billige Nadeln aus China oft Metallstäube, die gravierende Nebenwirkungen beziehungsweise Komplikationen auslösen können.
Da wir uns auch immer als Anwalt der Patienten verstehen, untersuchen wir auch die von verschiedenen Herstellern entwickelten Behandlungsprotokolle auf ihre Wirksamkeit.

Ausbildung und Training

Es werden Workshops von der verschiedenen Herstellern angeboten, die teilweise nur einen halben Tag oder einen Tag dauern. Auch Heilpraktiker werden von diesen Firmen ausgebildet. Wir haben uns entschlossen, diesem auf den Verkauf orientierten Konzept unser eigenes entgegenzusetzen.
Seit der Einführung unserer Fortbildung haben wir das durchdachte Trainingskonzept erarbeitet, dass wir für die Fadenbehandlung als notwendig erachten, um eine Sicherheitsarchitektur für alle Beteiligten einzuziehen. Dieses Konzept wird sich in den kommenden Jahren noch verfeinern und weiterentwickeln.
Im Augenblick umfasst es 3 Ausbildungseinheiten:

  • Anatomiekurs von Prof. Sebastian Cotofana mit den Segmenten Botulinum, Filler, Injektions-Lipolyse und eben Fäden. Für Einsteiger in die Ästhetik ist diese innovative und neu entwickelte Fortbildung eine unbedingte Empfehlung.
  • Fäden 1: Theorie und Hands-On Training des standardisierten Behandlungsprotokolls mit Monofilament-Fäden mit maximal 12 Teilnehmern.
    Hier werden die Grundlagen gelegt für die Aufnahme eigener Behandlungen. Das bereits sehr gut entwickelte Standardprotokoll wird von erfahrenen Behandlern am Patienten während der Behandlung auch praktisch erläutert.
  • Fäden 2: Hands On Kurs mit nur 6 Teilnehmern.
    Die Fortbildung konzentriert sich auf die tiefer liegenden Zugfäden (Cogs, Barbs).

Geplant ist, die Palette von Hands-On Trainings zukünftig noch zu erweitern und bei einfacheren Behandlungen zu beginnen und bis zu schwierigeren Indikationen fortzuschreiten.