Keloide konnten bislang nur mit mäßigem Erfolg behandelt werden: Das größte Problem für Sie als Patientin oder Patient war, dass es keine Methode gab, die Rezidive, also eine erneute Wiederkehr der Keloide, verhindern konnte. Angesichts des Leidens der Keloidpatienten – Jucken, ständige Schmerzen und das oft stigmatisierende Erscheinungsbild – bestimmt in vielen Fällen der Umgang mit dem Keloid den ganzen Lebensprozess.

Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass eine spezielle Nadel – die CryoShape® Nadel – von einer deutsch-israelischen Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Yaron Har-Shai, Haifa und Prof. Christos C. Zouboulis, Dessau entwickelt wurde, mit deren Hilfe Rezidive in vielen Fällen verhindert werden können. Cryotherapie (Kältetherapie) ist eine bekannte Methode, die in der Dermatologie für viele Indikationen eingesetzt wird. Meist wird kalter Stickstoff in flüssiger Form hierbei genutzt.

Die von der Arbeitsgruppe entwickelte Hightech Nadel hat den Vorteil, die Kälte nicht an der Keloidoberfläche einwirken zu lassen, sondern das Keloid von innen (intraläsional), also von seinem Zentrum her durch Erfrierung absterben zu lassen. Die Vorteile dieser neuen Methode liegen auf der Hand: Das Keloid wird dort, wo die Wachstumsprozesse der Wucherung initiiert werden, in seinem Kern, vollständig zerstört, während die äußere Hautschicht nur unwesentlich in Mitleidenschaft gezogen wird und deshalb Pigmentstörungen fast immer verhindert werden können.
Die Nadel leitet den Stickstoff in das innere des Keloids hinein und auch wieder heraus, so dass ein kontinuierlicher Kältefluss entsteht, der es dem behandelnden Arzt ermöglicht, die Behandlung genau dann zu beenden, wenn der Erfrierungsgrad seine optimale Grenze erreicht. Das umliegende gesunde Gewebe wird geschont, gleichzeitig werden die Kollagenfasern innerhalb des Keloids ab einer Temperatur von -22 Grad Celsius zerstört.

Die Methode wurde seit mehr als 10 Jahren in vielen Studien untersucht. Es zeigt sich, dass bei richtiger Anwendung eines erfahrenen Behandlers die Rezidivrate am Körper bei 7 % und im Gesicht bei 5 % liegt in einer Nachbeobachtungszeit von mehr als zehn Jahren. Auch die Keloide, die Rezidive bilden, können durch eine weitere Behandlung erfolgreich therapiert werden. Alle anderen Therapien weisen Rezidivraten zwischen 40 % und 70 % auf.

Je nach Größe des Keloids kann die Behandlung von 15 Minuten bis zu zwei Stunden dauern. Das Keloid wird vor der Behandlung örtlich betäubt, so dass die Schmerzen auch nach Abklingen der Betäubung gut zu ertragen sind. Es bildet sich zunächst eine nässende Blase ähnlich wie bei einer Verbrennung. Nach 8-10 Tagen verkrustet das Keloid. Die bekannten Beeinträchtigungen hören bereits 14 Tage nach der Behandlung auf.

Bei sehr großen oder vielen Keloiden kann auch eine Vollnarkose mit anschließendem Aufenthalt in einer Klinik notwendig sein.
In einem längeren Prozess des Abbaus des zerstörten Gewebes bildet sich das Keloid nach und nach zurück. Nach sechs Monaten kann das Ergebnis begutachtet werden, obwohl auch später noch Verbesserungen zu beobachten sind.

Das Keloid wird flach und weich. An den Ohren sind die Ergebnisse auch ästhetisch vollständig befriedigend, denn die Wucherungen sind nach Therapieende nicht mehr sichtbar. Am Körper sind auch nach Abschluss der Behandlung vernarbte Strukturen zu sehen, denn die Haut kann sich nicht vollständig regenerieren. Alle Zeichen von Aktivität und erneutem Wachstum werden aber unterbrochen.

Die Therapie kann nach Abschluss mit weiteren Methoden der Keloidbehandlung gut kombiniert werden. Empfehlenswert sind Silikon Druckpflaster und die Injektion von Steroiden.
Nicht alle Keloide können behandelt werden: Ganz flache Keloide, deren Höhe unterhalb von 0,4 cm liegt, können wegen der Größe der Nadel nicht behandelt werden.

Das NETZWERK-Globalhealth und die Globalhealth Akademie für ästhetische Medizin

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